Geschichte des Dombauvereins

Der Verein zum Schutz und zur Wiederherstellung des Willibrordi-Doms in Wesel wurde am 15. November 1947 gegründet.

Dem ersten Vorstand gehörten an:

  • Dipl. Chem. Hans Momburg als Vorsitzender
  • Prof. Dr. Walter Luyken als stellvertretender Vorsitzender
  • Dr. Hans Tienes als Schatzmeister
  • Geschäftsführer Pfarrer Heinrich Schmitz
  • Stadtinspektor Benno Beyer als Schriftführer sowie der jeweilige Präses des Presbyteriums als Vertreter der Kirchengemeinde

Als Vorbild für die Vereinsgründung im Jahre 1947 galt der Xantener Dombauverein.

Um klare Zuständigkeiten zu schaffen und die Entscheidungswege zu verkürzen, wurde im Juli 1950 eine strukturelle Veränderung vorgenommen, mit der die Gesamtverantwortung für die Rettung und den Wiederaufbau des Willibrordi-Doms vom Prebyterium auf den Willibrordi-Dombauverein übertragen wurde.

Sowohl die Denkmalpflege als auch die Landeskirche hatten dieser Veränderung zugestimmt.

Im weiteren Verlauf der Vereinsarbeit wurde durch eine Satzungsänderung festgelegt, dass die Kirchengemeinde vier stimmberechtigte Beisitzer/-innen in den von den Vereinsmitgliedern gewählten Vorstand deligiert.

Diese Konstruktion hat sich bewährt und über Höhen und Tiefen des Finanz- und Baugeschehens getragen. Die Kontinuität des Vereins wird beispielhaft aus den „Arbeitszeiten“ seiner Vorsitzenden deutlich:

  • Hans Momburg 1947 – 1974
  • Herbert Kindsvater 1974 – 1987
  • P. Walter Stempel 1987 – 2001
  • Karl-Heinz Tieben 2001 bis 2016

Diese Vorsitzenden waren alle (ehemalige) Mitglieder des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Wesel.

  • Fred-Jürgen Störmer 2017 bis heute

Auch die für den Bau verantwortlichen Architekten – in enger Zusammenarbeit mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege - blieben weitgehend konstant:

  • Fritz Keibel 1947 – 1957
  • Jacob Deurer 1948 - 1960

      

           Prof. Dr. Ing. Dr. hc. Wolfgang Deurer ab 1961 bis heute

 

 

 

In der Leitung der Dombauhütte folgte auf den  Alt-Gesellen Franz Weis (1949 – 1964) der Steinmetz- und Steinbildhauermeister Karl-Heinz Baumann (1964 – 1991)

Auch die Ingenieure der Tragwerksplanungen begleiteten den Baufortgang durchgehend:

  • Prüf. Ing. Prof. Dr. H. Dohmke und Nachfolger ab 1961
  • Dipl.-Ing. K.-H. Pape ab 1961
  • Turmhelm 1977 – 1980 ARGE Dipl-. Ing. H. Kindsvater und Dipl. Ing. B. Schweer

Die denkmalpflegerische Beratung erfolgte durch:

  • Landskonservator Graf Wolff Metternich 1947 – 1950
  • Landesbaudirektorin Trude Cornelius 1952 – 1971

Für alle am Dombau direkt und indirekt Beteiligten gilt das Wort von den

Lebendingen Steinen – haec saxa loquentur!

 

Für den Dombauverein wurden tätig:

Werner Abresch 1998 – 2013 Beisitzer
Benno Beyer 1947 – 1965 Schriftführer
Dr. Ing. Paul Bialek 1974 – 1998 Beisitzer

Martina Biebersdorf

2001 bis 2016 Beisitzerin

P. Gerh. Boedinghaus

Sarah Brödenfeld

Sarah Brödenfeld

1957 – 1963

 






2017 bis heute

Beisitzer








Beisitzerin

Thomas Brödenfeld 1995 – 1998 Beisitzer
Heinrich Bruckmann 1959 – 1974 Beisitzer
Karl-Heinz Drews 1980 – 1987 Stellv. Vorsitzender
  1989 – 1995 Beisitzer
  1995 - 1998 stellv. Vorsitzender

Dr. Dirk Fey

1998 bis 2016

2016 bis heute

Beisitzer

Schatzmeister

Erich Fritzsche 1965 – 1980 Schriftführer

Heike Kemper

2013 bis 2016

2017 bis heute

Beisitzerin

stellv. Vorsitzende

Rudolf Kilch 2001 bis 2016 Schatzmeister
Herbert Kindsvater 1968 – 1970 Beisitzer
  1970 – 1974 Stellv. Vorsitzender
  1974- 1987 Vorsitzender
Karl Kloppert 1957 – 1968 Beisitzer
Prof. Dr. Walter Luyken 1947 – 1964 Stellvertr. Vorsitzender
Dr. Klaus Männel 1971 – 1989 Beisitzer
Hans Masholt 1987 – 1989 Beisitzer
 

1989 - 2001

 

Schatzmeister

Ehrenmitglied

Hans Momburg 1947 – 1974 Vorsitzender
Klaus Neuhaus 1964 – 1974 Beisitzer
  1974 - 1980 stellv. Vorsitzender
Christian Oppenberg 1957 – 1959 Beisitzer

Dieter Rudolph

Dieter Rudolph

2017 - heute








 

Beisitzer








 

Werner Schieferstein 1992 – 1998 Beisitzer
Werner Schlierf 1987 – 1995 Stellv. Vorsitzender
P. Heinrich Schmitz 1947 – 1957 Geschäftsführer
  1957 - 1959 Beisitzer

Marlene Schröder

Verena Schröer

Verena Schröer

1998 – 2010








2017 bis heute

Beisitzerin








Beisitzerin

P. Walter Stempel 1964 – 1987 Beisitzer
  1987 - 2001 Vorsitzender
    Ehrenmitglied
Fred-Jürgen Störmer 1995 - 1998 Beisitzer

1998 bis 2016

2017 bis heute

stellv. Vorsitzender

Vorsitzender

Karl-Heinz Tieben 1982 - 1998 Schriftführer
  1998-2001 Beisitzer

ab 2001 bis 2016

 

Vorsitzender

Ehrenmitglied

Karsten Tieben

1998 bis heute Schriftführer
Dr. Ing. Hans Tienes 1947 – 1989 Schatzmeister
    Ehrenmitglied
Jürgen v.d. Trappen 1980 – 1982 Schriftführer
Lore Ullner 1974 – 1995 Beisitzerin

Marcel Voortman

2010 bis heute Beisitzer
Max Wetzlar 1957 – 1964 Beisitzer
  ,1964 - 1970 stellv. Vorsitzender

Der jeweilige Präses von 1950 – 1956 als Vertreter der Evgl. Kirchengemeinde Wesel (Stand Mai 2016)  

Etappen des Wiederaufbaus

15. Nov. 1947  Gründung des Willibrordi-Dombauverein e.V.

                         Verein zum Schutz und zur Wiederherstellung des Willibrordi-Doms in Wesel                        

Der Verein hat den Zweck, den Jahrhunderte alten ehrwürdigen Willibrordi-Dom in Wesel, nachdem er durch Sprengbomben und Beschuss im Frühjahr 1945 auf das Schwerste gelitten hat, vor weiterem Verfall zu schützen, seine Wiederherstellung zu betreiben und für seine künftige Erhaltung zu sorgen. Er bringt Mittel für diese Arbeiten auf und stellt sie zur Verfügung.

1948                 Beginn der Sicherung des Gebäudes.

                         Beschluss, die Kirche im Rückgriff auf die spätmittelalterliche Ausführung wiederherzustellen.

                  

15. Juni 1949    Erster Gottesdienst im zerstörten, aber enttrümmerten Dom, an dem 1500 Menschen bei trockenem, sehr      windigen Wetter teilnahmen.

 

1950                 Arbeiten am Chor und am Turm. Im Chor soll eine „Notkirche“ für über 300 Besucher hergerichtet werden. Weihnachten sollen erstmals wieder die Glocken am Dom erklingen. Sie waren von einem Glockenfriedhof im Harz zurück gekommen.

                         Wiederherstellung des Turmschaftes mit der Nothaube.

                         Das Presbyterium überträgt dem Dombauverein die Kassenführung.                

18. Sept. 1952 Erster Gottesdienst in der „Notkirche“ im Chor des Domes.

 

1959                Erneuerung des östlichen Teils der Kirche einschließlich des Querhauses.

1961                Nach dem plötzlichen Tod von Jacob Deurer wird Sohn Wolfgang Deurer verantwortlicher Architekt am Dom.

1963                Fertigstellung des Langhauses und eines Teils der Seitenschiffe. Aufbau der Nachkriegsorgel (Walker). 

1964                Die Leitung der Dombauhütte geht von Franz Weis auf Steinmetz- und Steinbildhauermeister Karl-Heinz Baumann über.

1968                Fertigstellung der Turmhalle mit dem farbigen Portalfenster und der restlichen Seitenschiffe. 400-Jahrfeier der presbyterial-synodalen Kirchenverfassung im Rheinland.

1971                Hiobsbotschaft: Risse auf der ganzen Nordseite der Kirche durch Absenkung des Grundwasserspiegels. Aufwendige Sanierungsmaßnahmen.

1972                Bau des Stuhlkellers mit Lastenaufzug.

1978                Aufbringen des hohen Turmhelms.

1983/1985       Hiobsbotschaft: Der Mittelalterliche Glockenstuhl ist total zerfressen vom „ Bunten Nagekäfer“. Neuaufbau nach historischem Vorbild. Glocken läuten wieder Pfingsten 1985.

31.12.1990      Die Dombauhütte wird 42 Jahre nach ihrer Gründung aufgelöst. Alle Mitarbeiter werden von der Firma des Hüttenmeisters übernommen.

1991                Rekonstruktion des Brautportals.                       

1994                Abschluss des Wiederaufbaus nach dem Aufbringen des Chorreiters mit Glockenspiel und Geusenengel.

                        Seitdem befasst sich der Dombauverein mit dem Erhalt des denkmalgeschützten Großgebäudes, notwendigen Änderungen und Ergänzungen.

Gottesdienst im ersten provisorischen Kirchenraum 1952 mit Pfarrer Heinrich Schmitz.
Gottesdienst im ersten provisorischen Kirchenraum
1952 mit Pfarrer Heinrich Schmitz.

Wiederaufbau des Willibrordi-Doms 1947 bis 1996 in Zahlen

Finanzierung (Herkunft der Mittel in DM / prozentualer Anteil)

Kommunale und staatliche Mittel:
Stadt Wesel 1.465.000 4,02
Kreis Wesel 422.000 1,15
Landschaftsverband Rheinland 51.500 0,14
Grenzlandhilfe 2.534.738 6,96
Land NRW 7.491.000 20,57
Europäischer Sozialfonds 950.000 2.61
Bundesmittel 2.044.676 5,62
insgesamt 14.958.914 41,07

 

Kirchliche Mittel:
Evgl. Kirchengemeinde Wesel 2.764.738 7,59
Kirchenkreis Wesel 1.806.721 4,96
Evang. Kirche im Rheinland 4.680.369 12,85
insgesamt 9.251.828 25,40

 

Dombau-Verein
Lotterie der Dombauvereine 570.152 1,57
Lotterie Spiel 77 6.872.851 18,87
Von-Marle-Stiftung 378.958 1,04
Spenden 4.387.903 12,05
insgesamt 12.209.864 33,53
     
Gesamtsumme: 36.420.606 100

 

Erhalt des denkmalgeschützten Domes

Nach dem erfolgreichen Wiederaufbau widmet sich der Willibrordi-Dombauverein e.V. neben der ständigen Öffentlichkeitsarbeit hauptsächlich dem baulichen Erhalt des denkmalgeschützten Großgebäudes.

Dafür wendet er jährlich mehr als 200.000€ auf. Der notwendige Betrag steht vor allem deshalb zur Verfügung, weil das Gebäude zu den sieben Kirchen in Nordrhein-Westfalen zählt, die eine besondere Förderung durch das Land erhalten und unter der "Obhut" der Dombauvereine stehen.

Mehr als drei Viertel des Jahresetats stammen aus Erträgen der Staatlichen Lotterie - Westlotto -, ein knappes Viertel aus Spenden, Vereinsbeiträgen und aus Erträgen der von-Marle-Stiftung sowie der im Jahre 1998 gegründeten Dombau-Stiftung.

Der Vorstand diskutiert und beschließt bei seinen monatlichen Sitzungen über die Verwendung der Gelder und andere Fragen rund um den Willibrordi-Dom.

Vorstand 2017
Karsten Tieben, Dr. Dirk Fey, Verena Schröer, Marcel Voortman, Heike Kemper, Dieter Rudolph, Fred-Jürgen Störmer, Sarah Brödenfeld (von links, Quelle: E. Brandt)
 

Der Vorstand bis November 2016: Herr K. Tieben, Frau Biebersdorf, Herr Dr. Fey, Herr K.-H. Tieben, Herr Voortman, Frau Kemper, Herr Störmer (von links, Quelle: Studio B)

 

Neben den ständig anfallenden Reparaturen und Ausbesserungen am Gebäude und den technischen Anlagen konnten größere, aufwendige Sanierungs- und Gestaltungsarbeiten ausgeführt und Verbesserungen für die Nutzung des Gebäudes erreicht werden:

2000         Bauarbeiten zum Aufbau der neuen Orgel

2000/01    Sanierung des teilweise stark verwitterten Südgiebels

2002/03    Überarbeitung und Ausbesserung des Natur-Schiefersteinbodens

2004/05    Umfassende Sanierung und Überarbeitung des formenreich gestalteten Nordgiebels

2007         Grundlegende Sanierung des künstlerisch gestalteten farbigen Westfensters; Schutzverglasung außen

2008         Gründliche Überarbeitung der Westfassade

                 Installation einer elektrischen Sitzheizung in einem Teil der Sitzbänke 

2009         Fertigstellung der Gerkammer als Sitzungs- und Besprechungsraum des Dombauvorstands

2010         Sanierung der Betondecke oben im Turm

2011         Neugestaltung der Dauerausstellung "Dom-Zeiten - 16. bis 20. Jahrhundert"

2012         Erneuerung des Schieferdaches über den nord-/westlichen Seitenschiffen

2013         Neugestaltung des Altarbereichs mit Kanzel, Altartisch und Lesepult

2015         Einbau eines neuen, vergrößerten Lastenaufzugs zum Abstellkeller

2016         Beschichtung der Außenhülle des Willibrordi-Doms

Die Arbeit am Dom endet nie!

Ein Gebäude dieser Bauart und so eine traditionsreiche Kirche brauchen einen großen Freundeskreis, bewusst engagierte Menschen!

Unterstützen auch Sie die Arbeit durch Ihre Mitgliedschaft im Dombauverein und/oder durch Spenden und Zuwendungen!